StR-Schema

Kurzschema

  • Persönlicher Schutzbereich

  • Sachlicher Schutzbereich

→ Definition und Subsumtion: „weiter Eingriffsbegriff“

    1. Schranken (Einschränkungsmöglichkeiten)

    1. Schranken-Schranken (Grenzen der Einschränkbarkeit)

→ insbesondere Verhältnismäßigkeit und ggf. Richtervorbehalte


Ausführliches Schema

1

Eröffnung des persönlichen Schutzbereichs

  • Differenzierung: Menschenrecht / Jedermanngrundrecht oder Bürgerrecht / Deutschenrecht (Art. 116 GG); Art. 18 AEUV (Diskriminierungsverbot für EU-Bürger) beachten!

  • Selten: sonstige Merkmale erforderlich, bspw. „Nutzer einer Wohnung" bei Art. 13 GG

  • ggf.: inländische juristische Personen, Art. 19 III GG (soweit „wesensmäßig" anwendbar)

2

Eröffnung des sachlichen Schutzbereichs

  • Schutzbereichsbestimmung mittels passender Definition(en) zum konkreten Grundrecht


  • Definition des Eingriffs klassischer Eingriffsbegriff / neuer/weiter Eingriffsbegriff (— Empfehlung: weiter Eingriffsbegriff)

  • Nur 2 Merkmale zu prüfen: 1) Feststellung, dass im zu prüfenden Fall der Schutzbereich eines Grundrechts verkürzt wurde, und 2) dass dies dem Staat zuzurechnen ist.

  • Subsumtion des Eingriffs (bei klassischem Begriff: 7 Merkmale; bei weitem Eingriffsbegriff 2 Merkmale zu prüfen)

  • ggf. Grundrechtsverzicht prüfen: → Verzichtbarkeit ("Dispositionsbefugnis") prüfen! Besteht nicht in Bezug auf die Menschenwürde. → Freiwillig? Ausreichend konkret? → Achtung: widerruflich!


1

1. Schranken (Einschränkungsmöglichkeiten)

a. aufgrund [qualifizierten] Gesetzesvorbehalts (Grundrecht erlaubt Einschränkung durch oder aufgrund eines Gesetzes [qualifiziert: an welches besondere Anforderungen gestellt werden]) → Nennung des Paragraphen (z. B. PolG NRW oder StPO), aufgrund dessen das Grundrecht beschränkt werden kann. [Beispiele: § 102 StPO in Bezug auf Art. 13 GG; § 35 PolG NRW in Bezug auf Art. 2 II GG i.V.m. Art. 104 GG]

b. [insbesondere relevant in Bezug auf Art. 4 GG] aufgrund eines Gesetzes („Vorbehalt des Gesetzes", Art. 20 III GG) auch bei vorbehaltlos gewährleisteten Grundrechten möglich zum Schutz von Grundrechten Dritter oder Rechtsgütern von Verfassungsrang (verfassungsimmanente Schranken)

2

2. Schranken-Schranken (Einschränkungsgrenzen)

  • Verbot des einschränkenden Einzelfallgesetzes (Art. 19 I GG)

  • Zitiergebot (Art. 19 II GG)

  • Wesensgehaltsgarantie (Art. 19 II GG)

  • Bestimmtheitsgrundsatz (abgeleitet aus Art. 20 III GG)

  • Wesentlichkeitstheorie des BVerfG / Parlamentsvorbehalt (abgeleitet aus Art. 20 III GG)

  • Verhältnismäßigkeitsgrundsatz (abgeleitet aus Art. 20 III GG)

  • „besondere Verfassungsvorgaben" (z. B. Richtervorbehalte [Art. 13 III GG, Art. 104 II 1 GG] oder Verfahrensregelungen von Verfassungsrang [z. B. Art. 104 GG])


Vorherige Fälle zum 05.11.2025 Nächste Verhältnismäßigkeit

Zuletzt aktualisiert vor 1 Monat