ER-Schema

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Das hier ist das Prüfungsschema in Eingriffsrecht zur Prüfung der RECHTMÄẞIGKEIT VON POLIZEILICHEN MAẞNAHMEN.

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I. Grundrechtseingriff / Ermächtigungsgrundlage

  1. Grundrechtseingriff(e)

  2. Zielrichtung: repressiv / präventiv

  3. Ermächtigungsgrundlage

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II. Formelle Rechtmäßigkeit

  1. Zuständigkeit

  2. Rechtsnatur – nur bei Verwaltungsakten der Gefahrenabwehr → Beispiel: Anhörung nach § 28 I VwVfG

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III. Materielle Rechtmäßigkeit

  1. Ermächtigungsgrundlage a) Tatbestandsvoraussetzungen b) ggf. besondere Verfahrensvorschriften (nur bei besonderen Tatbeständen) c) ggf. besondere Anordnungs- / Durchführungskompetenz

  2. Rechtsfolge a) Maßnahme entspricht der Rechtsfolge der EGL b) ggf. (Entschließungs-)Ermessensfehler

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IV. Ergebnis


Weitere Schemata

Während das herkömmliche Schema (s. oben) für Klausuren dient, gibt es je nach Fall weitere Vorgehensweisen, wie das Schema abgerarbeitet wird.

→ Platzverweis

Für den Platzverweis nach § 34 I S. 1 PolG NRW:

I. GR / EGL

  1. Grundrechtseingriff → Allgemeine Handlungsfreiheit (AHF) nach Art. 2 I GG a.A.: Art. 2 II S. 2 GG i.V.m. Art. 104 I GG (-) Art. 11 GG nicht!

  2. Zielrichtung → präventiv

  3. Ermächtigungsgrundlage → § 34 I S. 1 PolG NRW

II. Formelle Rechtmäßigkeit

  1. Zuständigkeit

    1. Sachliche Zuständigkeit • § 1 I S. 1 PolG NRW i.V.m. §§ 10, 11 I Nr. 1 POG NRW (Funktionsfähigkeit des Staates) • § 1 I S. 1 u. S. 2 PolG NRW i.V.m. §§ 10, 11 I Nr. 1 POG NRW (originär/Strafverhütung) • § 1 I S. 1 u. S. 3 PolG NRW i.V.m. §§ 10, 11 I Nr. 1 POG NRW (subsidiär) nur eins davon!

    2. Örtliche Zuständigkeit → § 7 I POG NRW

  2. Rechtsnatur → Verwaltungsakt i.S.d. § 35 VwVfG, insbesondere Anhörung (§ 28 I VwVfG) beachten

III. Materielle Rechtmäßigkeit

  1. Ermächtigungsgrundlage

    1. Tatbestandsvoraussetzuungen für Satz 1: konkrete Gefahr für Satz 2: Einsatz FW/RD + Behinderung

    2. Besondere Verfahrensvorschriften (-)

    3. Besondere Anordnungskompetenz (-)

  2. Rechtsfolge → Platzverweis: • Person noch da: Platzverweisung & Betretungsverbot • Person schon weg: Betretungsverbot > „vorrübergehend“: zeitlicher Aspekt (begrenzt) > „von einem Ort“: örtliche Aspekt (begrenzt)

  3. Verhältnismäßigkeit

→ Identitätsfeststellung

I. GR / EGL

  1. Grundrechtseingriff → Recht auf informationelle Selbstbestimmung (RIS) Art. 2 I GG i.V.m. Art. 1 I GG

  2. Zielrichtung → präventiv

  3. Ermächtigungsgrundlage → § 12 I Nr. 1, II PolG NRW

II. Formelle Rechtmäßigkeit

  1. Zuständigkeit

    1. Sachliche Zuständigkeit bspw. § 1 I S. 1 u. S. 3 PolG NRW i.V.m. §§ 10, 11 I Nr. 1 POG NRW (subsidiär)

    2. Örtliche Zuständigkeit → § 7 I POG NRW

  2. Rechtsnatur

III. Materielle Rechtmäßigkeit

  1. Ermächtigungsgrundlage

  2. Adressat

  3. Rechtsfolge → anhalten, ansprechen, nach Ausweis fragen → weitere notwendige Maßnahmen (i)

  4. Verhältnismäßigkeit

chevron-rightAufbau § 12 PolG NRWhashtag

Nr. 1 – Gefahrenabwehr

Nr. 2 – gefährlicher Ort > Aufenthalt > Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass…

Var. a) …dort PersonenStraftaten von erheblicher Bedeutung (§ 8) verabreden, vorbereiten oder verüben

Var. b) • sich dort Personen treffen Verstoß gegen aufenthaltensrechtliche Strafvorschriften verstoßen

Var. c) • sich dort gesuchte Straftäter verbergen

Nr. 3 – besonders gefährdetes Objekt > besonderes gefährdetes Objekt (s. Aufzählung) > in, an oder in unmittelbarer Nähe (→Aufenthalt) > Tatsachen die Annahme rechtfertigen > für Straftaten zur Gefährdung des Objekts / dortiger Personen > IDF aufgrund • Gefährdungslage oder • besonderer Anhaltspunkt bzgl. Person > erforderlich

Nr. 4 – Kontrollstellen > zur Verhütung aufgeführter Katalogstraftaten

→ Kurzfristige Observation

I. GR / EGL

  1. Grundrechtseingriff → Recht auf informationelle Selbstbestimmung (RIS) Art. 2 I GG i.V.m. Art. 1 I GG

  2. Zielrichtung → präventiv

  3. Ermächtigungsgrundlage → § 16a III PolG NRW

II. Formelle Rechtmäßigkeit

bspw. § 1 I S. 1 u. S. 2 PolG NRW i.V.m. §§ 10, 11 I Nr. 1 POG NRW (originär/Strafverhütung)

  1. Örtliche Zuständigkeit → § 7 I POG NRW

  2. Rechtsnatur → faktischer Rechtseingriff

III. Materielle Rechtmäßigkeit

  1. Ermächtigungsgrundlage

    1. Tatbestandsvoraussetzuungen > Zum Zwecke der Gefahrenabwehr > erforderlich > Gefährdung der Erfüllung der polizeilichen Aufgabe ohne die Observation

    2. Besondere Verfahrensvorschriften > § 16 PolG NRW – Schutz des Kernbereichs privater Lebensgestaltung Falls doch passiert: § 16 IV – löschen und das Löschen dokumentieren > § 9 IV-VII sinngemäß

    3. Besondere Anordnungskompetenz → Jeder PVB

  2. Adressat Jedermann

  3. Rechtsfolge kurzfristige Observation (Beobachten & Belauschen) (!) nur außerhalb von Wohnungen! ⇒ § 18 PolG NRW kurzfristig = nicht Absatz 1 und 2 ⇒ nicht länger als 24 Stunden, nicht länger als an 2 Tagen geplant und ohne technische Hilfsmittel (Fernglas zählt nicht).

  4. Verhältnismäßigkeit

→ Befragung

III. Materielle Rechtmäßigkeit

  1. Ermächtigungsgrundlage

    1. Tatbestandsvoraussetzuungen > Tatsachen, > die die Annahme rechtfertigen > Betroffene Person kann sachdienliche Angaben machen > Erfüllung einer bestimmen polizeilichen Aufgabe > erforderlich (i)

    2. Besondere Verfahrensvorschriften > § 9 IV-VII PolG NRW > § 136a StPO

    3. Besondere Anordnungskompetenz > Bei Befragung Dritter: Grundsatz der Unmittelbarkeit

  2. Adressat § 9 II PolG NRW

  3. Rechtsfolge > Anhalten > Befragung

  4. Verhältnismäßigkeit nur noch Angemessenheit

→ Obhutsgewahrsam, § 35 II PolG NRW

III. Materielle Rechtmäßigkeit

  1. Ermächtigungsgrundlage

    1. Tatbestandsvoraussetzuungen > Minderjähriger > Obhut der Sorgeberechtigten > entzogen

    ...

Nur anwenden bei:

  • Ausreißern

  • minderjöhrigen Intensivtätern

  • Schulschwänzern

Zuletzt aktualisiert