StrafR-Schema

circle-info

Das hier ist das Prüfungsschema in Strafrecht, auch dreigliedriger Deliktsaufbau genannt, mit dem eine Prüfung der Strafbarkeit vorgenommen werden kann.

I. Tatbestandsmäßigkeit

1. objektiver Tatbestand

a) Tatbestandsmerkmal 1 b) Tatbestandsmerkmal 2 ... c) Kausalität (!) d) objektive Zurechnung

2. subjektiver Tatbestand Vorsatz

II. Rechtswidrigkeit

→ siehe Rechtfertigungsgründe

1. objektive Rechtfertigungsvoraussetzungen

a) Rechtfertigungslage b) Rechtfertigungshandlung

2. subjektive Rechtfertigungsvoraussetzungen

a) Kenntnis aller rechtfertigenden Umstände b) Verteidigungswille

III. Schuld

→ siehe Entschuldigungsgründe

IV. Ergebnis

Erklärungen

Beginne den Ober-Obersatz mit „Indem“. Beispielsweise „Indem A das und das macht, könnte er sich gemäß §XY der ... strafbar gemacht haben“

I. Tatbestandsmäßigkeit

Prüfung, ob das Verhalten des Täters den gesetzlichen Tatbestand erfüllt.

1. objektiver Tatbestand

a) Tatbestandsmerkmal 1 Konkrete Prüfung des ersten Tatbestandsmerkmals (was genau verlangt das Gesetz?). Blick ins Gesetz! (siehe alles zwischen „Wer...“ und „..., wird mit XY bestraft“)

b) Tatbestandsmerkmal 2 Konkrete Prüfung des zweiten Tatbestandsmerkmals

c) Kausalität (!) Die Kausalität (oder auch „Äquvialenztheorie“ oder lat. „conditio sine qua non“) besagt, dass eine Handlung dann kausal ist, wenn sie nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass der Erfolg in konkrete Gesalt entfiele.

d) objektive Zurechenbarkeit Objektive Zurechnung bedeutet, dass der Täter durch seine Handlung eine rechtlich zu missbilligende Gefahr für das zu schützende Rechtsgut geschaffen haben muss, die sich im Eintritt des konkreten Erfolges realisiert hat.

2. subjektiver Tatbestand

Wissen und Wollen der Tatbestandsverwirklichung?

II. Rechtswidrigkeit

Wird die unrechtsindiziernde Wirkung der Tatbestandserfüllung ausnahmsweise durch das Eingreifen von Rechtfertigungsgründen gerechtfertigt?

1. objektive Rechtfertiungsvoraussetzungen

a) Rechtfertigungslage b) Rechtfertigungshandlung

2. subjektive Rechtfertigungsvoraussetzungen

a) Kenntnis aller rechtfertigenden Umstände b) Verteidigungswille

III. Schuld

Prüfung, ob dem Täter persönlich ein schuldhafter Vorwurf wegen einer von ihm rechtswidrig beganener Tat gemacht werden kann.

IV. Ergebnis

Ergebnis der gesamten Prüfung: Hat sich ... strafbar gemacht? Rückbezug auf den Oberobersatz!

Zuletzt aktualisiert